Geschichte

1922 baten die Bauern Ahmsens die Maristenpatres in Meppen darum, ein Kloster in Ahmsen zu bauen. Ein Tannenwald in der Dorfmitte und 14 Hektar Ackerland wurden zur Verfügung gestellt. Die Ahmsener wollten Seelsorger im Dorf, die sich besonders um die Kinder kümmern sollten. Nach längerem Überlegen sagten die Maristen zu. Es wurde das Kloster gebaut.

Ab 1925 wurde das Kloster als Ausbildungsstätte für Maristenbrüder, später zusätzlich als Noviziat für die angehenden Patres genutzt.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Haus von der Gestapo beschlagnahmt und die Maristenkommunität vertrieben.

Doch bald nach dem Krieg konnte es seiner ursprünglichen Bestimmung wieder zugeführt werden. Die Maristen kehrten zurück. Das Haus war zunächst Noviziat, öffnet sich in den 60er Jahren für Tage religiöser Orientierung für Schüler, später auch für andere kirchliche Gruppen – bis es in den 90er Jahren ein offenes Haus der Begegnung wurde.

2008 übernahm, weiterhin unter der Leitung des Maristenordens, das Bistum Osnabrück die Trägerschaft des Hauses.

2010 gaben die Maristen die Leitung des Hauses ab und die Gemeinschaft Christlichen Lebens (GCL) übernahm diese. Aus dem „Haus der Begegnung” wurde das „Exerzitienhaus Ahmsen”.

Zum 01.01.2019 wurde das „Exerzitienhaus Ahmsen“ zum „Jugendkloster Ahmsen – Bildungs- und Begegnungshaus“. Das Haus steht im Besitz des Bistum Osnabrück und wird geleitet durch den Verein „Marstall Clemenswerth und Jugendkloster Ahmsen e.V.“. Wie schon zur Zeit der Maristen ist es ein offenes Haus für junge, aber auch für junggebliebene Menschen, die sich, anderen oder Gott begegnen möchten. Das Haus bietet eigene Veranstaltungen unter anderem in den Bereichen „Jugendspiritualität und Jugendpastoral“ und „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ an und dient besonders als offenes Beleghaus für die Jugendarbeit des Bistum Osnabrück, für Schulen und für alle weiteren Interessierten.

Dazu gibt es eine nette Geschichte:

„Spökenkieker Hermann geht von Vinnen nach Ahmsen. In der Abenddämmerung sieht er das Dorf. Nun ist er bald zu Hause. Doch was ist das? Ein großes weißes Haus? Mitten im Ahmsener Wäldchen? Das kann nicht sein! Dort gibt es kein Gebäude. Dort hat es nie eines gegeben. Dort stand immer nur der kleine Wald. Hermann ist sicher: das muss ein Zeichen sein. Was er heute sieht, wird sich irgendwann erfüllen.“

Weiße Häuser gab es damals im ganzen Umfeld nicht, sondern nur die üblichen roten Backsteine. Als schließlich das Haus gebaut wurde, war es aber so, dass keine roten Backsteine zu bekommen waren. Gebaut wurde ein weißes, eingeschossiges Haus.

Geschichte der Lourdesclause in Ahmsen

Osnabrücker Volkszeitung
Sonnabend, den 12. Dezember 1931.
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Kreis Meppen.
Meppen. Einweihung der Lourdesclause in Ahmsen.

Zu einer innigen und eindrucksvollen Feier gestaltete sich am Feste Mariä Empfängnis die Einweihung der von gütigen Spendern gestifteten Lourdesclause in Ahmsen. Mittels vier Kraftwagen, die verschiedene Firmen in liebenswürdiger Weise zur Verfügung gestellt hatten, waren annähernd 60 Gäste aus Meppen erschienen, um an den Feierlichkeiten teilzunehmen. Gegen 10:30 Uhr in Ahmsen wurden sie von den Patres aufs herzlichste begrüßt und zum trauten, schön und sinnreich ausgemalten Klosterkirchlein geleitet, wo der Festgottesdienst stattfand. Nach demselben war in den anheimelnden Räumen des Klosters gemütliches Beisammensein. Darauf begann, nachdem man zuvor noch die Klosteranlagen besichtigt hatte, um 3:30 Uhr die Festandacht, während welcher Pater Schürmann in einer begeisterten Ansprache der Unbefleckten Empfängnis huldigte, dabei auch seine Freude befundend über den zahlreichen Besuch der aus nah und fern herbeigeeilten Mutter-Gottes-Verehrer, die keine Mühen und Kosten gescheut hatten, um die Unbefleckt Empfangene an ihrer neuen Gnadenstätte zu preisen und anzurufen. Mit dem Festprediger waren wohl alle Zuhörer derselben Meinung, noch oft vor dem Bilde der Trösterin der Betrübten zu erscheinen, um in zeitlichen und ewigen Anliegen Hilfe und Trost zu erflehen.

Den Schluss der erhebenden Feier bildete die vom Pater Superior vorgenommene Einweihung der neu erbauten Lourdesclause, die auf das prächtigste geschmückt und illuminiert war. Unter Absingung einiger der bekannten innigen Marienlieder zog die Liederprozession zur Grotte, wo der Weiheakt stattfand. Nachdem dann noch das Lourdeslied gesungen und der Brüderchor und Mitglieder der Jungfrauenkongregation einige sinnvolle Lieder mehrstimmig vorgetragen hatten, verabschiedeten sich die Meppener Pilger von den guten Patres und Brüdern und mit Freude im Herzen wurde die Heimreise angetreten. Allen Teilnehmern wird die Feier unvergeßlich sein.