Meditation zum Kreuz in der Kapelle im Marstall Clemenswerth

Ein Kreuz, das schon vom Äußeren her in den Bann zieht: Häuser - Münzen - Menschen, wesentliche Kennzeichen der Menschenwelt. Davor der Gekreuzigte, geheftet an diese Welt ...

Häuser - sie können Wohnstatt, Heimat, Geborgenheit geben - sie können aber auch Trennung, Abkapselung, Mauer bedeuten.

Münzen - sie können Beziehungen herstellen, Freude schaffen - sie können aber auch Beziehungen verstellen, Feinde schaffen.

Menschen - sie können befreiende Gemeinschaft bilden - sie können aber auch erdrückende Konkurrenz sein. In welche Richtung bewegt sich der Mensch? Kann er überhaupt noch nach der Richtung fragen? - Und da hängt jemand mit ausgebreiteten Armen vor dieser Welt. Da ist jemand, der sich diese Welt aufhalsen lässt.

Jemand - der die Frage nach dem Weg nicht verstummen lässt - aus dem gleichen Material wie wir, einer von uns - der sich auf dieser aufgeschichteten Menschensäule gelöst hat - aus dem verkrampften Kreisen um immer dieselben Dinge - letztlich um uns selbst.

Da ist aber auch jemand - der sich schützend vor diese Welt stellt - der uns Menschen vor uns selbst in Schutz nimmt - "damit der Mensch nicht Opfer des Menschen sei".

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