Bilderzyklus aus der Kapelle im Marstall Clemenswerth
Die Bilder der Kapelle
stammen von dem Sögeler Kunstmaler Joachim Domning.
Sie wurden im Jahr 2002 angefertigt unter Einbeziehung von Ideen und Impulsen
des hauptamtlichen Teams des Marstalls.
Der Bilderzyklus stellt Szenen der drei Hochfeste des
Kirchenjahres, "Weihnachten", "Ostern" und "Pfingsten", dar. Die Themen
Menschenwerdung, Auferstehung sowie Geistsendung werden künstlerisch
aufgegriffen und mit Symbolen der Schöpfung in Verbindung gebracht.
Das Bild Weihnachten (vorne links) hat den
mit Abstand dunkelsten Vordergrund. Interessant ist die Perspektive dieses
Gemäldes: Der Betrachter sieht dem Ochsen quasi über die Schulter- aus dem
Dunkeln heraus in ein helles Licht. Gott geht in die Dunkelheit hinein und sucht
die Menschen. Über dem Stall hebt sich als passendes Symbol der Schöpfung ein
Weihnachtsstern ab.
Auf dem zweiten Bild auf dieser Wand sieht man im
Vordergrund zwei jugendlich – zeitgemäß gekleidete Menschen auf einem Weg, der
in ein helles, strahlendes Licht führt. Sie schaffen eine Verbindung zur
Gegenwart. Dieses Bild symbolisiert Ostern; versinnbildlicht
auch durch die Osterglocke: Menschen auf dem Weg zum Licht. Die Deutung bleibt
dem Betrachter selbst überlassen. Das Gemälde strahlt sehr viel Hoffnung aus.
Tod wird nicht mehr sein.
Auf dem dritten Bild neben dem Tabernakel ist die Pfingstszene dargestellt. Auffallend ist die feuerrote Pfingstrose, die
Menschen am Rand (unten links) und die herabsteigende weiße Taube als Symbol für
den Geist Gottes, der die Welt beseelt. Sie beherrscht das ganze Bild.
Der Bilderzyklus verströmt Hoffnung und Zuversicht, die
Farben sind hell und strahlend.
Ganz anders dazu erscheint das vierte Gemälde (rechts neben
der Eingangstür), das verschiedene altestamentliche Moseszenen
darstellt: die Gesetzestafeln mit den Anfängen der zehn Gebote im hebräischen
Urtext, den darüber thronenden Moses (oben rechts), der brennende, stachelige
Dornbusch, aus dem Jahwe, der unbequeme und leidenschaftliche Gott Israels zu
Moses spricht, die große Flutwelle, die über die ägyptischen Wagen hereinbricht
und den Tod bringt und schließlich ein mit heutigen Kleidungsstücken
ausgestatteter junger Mann, dem das scheinbar nichts angeht, der gleichgültig in
eine andere Richtung schaut. Im Gegensatz zu den anderen Bildern, die die
Heilsgeschichte Gottes mit den Menschen zum Ausdruck bringen, wird hier die
Ablehnung dieses Gottes durch Menschen angedeutet. Dabei soll der junge Mann
keineswegs als der ablehnende Jugendliche unserer Zeit stehen. Vielmehr
steht er für den Teil einer Generation, die mit der Geschichte Gottes mit den
Menschen nichts mehr anfangen kann. Zu allen Zeiten hat es in allen Generationen
als freier Entschluss des einzelnen Menschen immer auch die Möglichkeit der
Verweigerung und Ablehnung gegenüber Gott gegeben. |